Eine Anti Aggressionstrainer Weiterbildung richtet sich an pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte, die professioneller mit aggressivem und gewaltbereitem Verhalten umgehen möchten. Bei der AKADEMIE EiGEN-SiNN führen wir gemeinsam mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. in Frankfurt am Main eine berufsbegleitende Qualifizierung zur beziehungsweise zum Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Trainer*in® (AAT®/CT®) durch. Sie verbindet fachliche Grundlagen, praktische Methoden, Selbsterfahrung und den Transfer in das eigene Arbeitsfeld.
Die Weiterbildung ist keine Behandlung für Menschen, die selbst unter aggressivem Verhalten leiden. Sie qualifiziert Fachkräfte, die mit gewaltbereiten Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen arbeiten. Ebenso ersetzt sie keine pädagogische, soziale oder therapeutische Grundausbildung. Sie erweitert bereits vorhandene berufliche Kompetenzen um Methoden der Gewaltprävention, Deeskalation und konfrontativen Pädagogik.
Was ist eine Anti Aggressionstrainer Weiterbildung?
In der Weiterbildung lernen die Teilnehmenden, aggressives Verhalten genauer einzuordnen und in angespannten Situationen fachlich zu handeln. Dazu gehört, Konflikte frühzeitig zu erkennen, Grenzen klar zu vermitteln und Interventionen an die jeweilige Eskalationsstufe anzupassen.
Die Arbeit eines Anti-Aggressivitäts-Trainers beschränkt sich nicht auf das Besprechen von Wut. Gewalt entsteht in unterschiedlichen sozialen, biografischen und institutionellen Zusammenhängen. Deshalb beschäftigen sich die Teilnehmenden sowohl mit individuellen Verhaltensmustern als auch mit Bedingungen innerhalb von Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen oder anderen Arbeitsfeldern.
Unsere Qualifizierung verbindet theoretisches Wissen mit praktischen Übungen. Die Teilnehmenden entwickeln keine abstrakten Musterlösungen, sondern übertragen die Methoden auf Situationen, die sie aus ihrem Berufsalltag kennen. Zwischen den Seminarblöcken bearbeiten sie dazu Aufgaben in ihrer eigenen Einrichtung.
An wen richtet sich die Weiterbildung?
Die AAT®-/CT®-Weiterbildung ist für pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte konzipiert, die regelmäßig mit schwierigen oder gewaltbereiten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten. Als Zielgruppen nennt das ISS unter anderem Beschäftigte aus der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, Heimen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Bewährungshilfe, Strafvollzug sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Eine passende berufliche Ausgangslage ist wichtig, weil die erlernten Methoden während und nach der Weiterbildung in einem fachlichen Kontext angewendet werden sollen. Wer bislang keinen Bezug zu pädagogischer oder sozialer Arbeit hat, sollte deshalb vor der Anmeldung mit uns klären, ob die Qualifizierung zum eigenen Hintergrund und zum geplanten Tätigkeitsfeld passt.
Neben der beruflichen Erfahrung braucht es die Bereitschaft zur Selbstreflexion. Konfrontative Arbeit verlangt Klarheit, darf aber nicht in Beschämung oder unkontrollierte Provokation übergehen. Die Teilnehmenden setzen sich daher auch mit ihrer eigenen Haltung, ihren Grenzen und persönlichen Erfahrungen mit Gewalt auseinander.
Welche Inhalte behandelt die Weiterbildung?
Zu Beginn stehen Erklärungsansätze zu Gewalt und Aggression. Die Teilnehmenden untersuchen, welche Faktoren aggressives Verhalten fördern können und wie sich Konflikte entwickeln. Dabei geht es auch um die Frage, wie Einrichtungen selbst auf Gewalt reagieren und welche Strukturen Eskalationen begünstigen oder bremsen.
Weitere Bestandteile sind die Theorie und Anwendung von Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Training, Deeskalation, Gewaltprävention und konfrontative Gesprächsführung. Das aktuelle Programm verbindet diese Themen mit Elementen aus Psychodrama, Mediation, Mobbingprävention und praktischer Selbsterfahrung.
Die Teilnehmenden beschäftigen sich unter anderem mit Aggressivitätsauslösern, Grenzziehung, Opferkommunikation und sogenannten Neutralisierungstechniken. Damit sind Rechtfertigungen gemeint, durch die Menschen ihre Verantwortung für Gewalt abschwächen oder auf andere übertragen. Angehende Trainer lernen, solche Aussagen zu erkennen, zu hinterfragen und die Verantwortung beim Handelnden zu belassen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines eigenen Interventionskonzeptes. Die erlernten Methoden sollen nicht losgelöst von der jeweiligen Einrichtung eingesetzt werden. Regeln, Zuständigkeiten, Schutzkonzepte und pädagogische Ziele müssen zusammenpassen.
Wie praxisnah ist die Weiterbildung?
Die Weiterbildung ist berufsbegleitend aufgebaut und verbindet die Seminarblöcke mit Aufgaben im eigenen Arbeitsfeld. Dadurch prüfen die Teilnehmenden bereits während der Qualifizierung, wie sich Methoden anwenden lassen und wo institutionelle Grenzen bestehen.
Zu den eingesetzten Arbeitsformen gehören praktische Übungen, konfrontative Gesprächsführung, Körpersprache, Inszenierungen, interaktionspädagogische Methoden und Psychodrama. Die Teilnehmenden erleben ausgewählte Interventionen selbst und reflektieren deren Wirkung.
Selbsterfahrung ist dabei kein Zusatz ohne Bezug zur späteren Tätigkeit. Wer andere Menschen konfrontiert, muss die eigene Wirkung einschätzen können. Eine klare Stimme, körperliche Präsenz oder eine direkte Frage können je nach Situation hilfreich sein oder den Konflikt verschärfen. Die Weiterbildung schafft einen Rahmen, in dem solche Unterschiede erprobt und besprochen werden.
Welche Rolle spielt ROKT®?
Unsere Arbeit basiert auf ROKT® – RessourcenOrientierten Konfrontativen Trainings. Wir sprechen aggressives und gewalttätiges Verhalten klar an, richten den Blick aber nicht ausschließlich auf Defizite. Ebenso wichtig sind vorhandene Fähigkeiten, Stärken und funktionierende Bewältigungsmöglichkeiten.
Ressourcenorientierung bedeutet nicht, Gewalttaten zu verharmlosen. Die Teilnehmenden lernen vielmehr, Verantwortung und Veränderungsmöglichkeiten miteinander zu verbinden. Eine Person wird mit ihrem Verhalten konfrontiert, aber nicht vollständig auf dieses Verhalten reduziert.
Für Anti-Aggressivitäts-Trainer ist diese Haltung besonders wichtig. Reine Härte schafft noch keine tragfähige pädagogische Intervention. Ebenso wenig reicht Wertschätzung aus, wenn Grenzen wiederholt überschritten werden. ROKT® verbindet deshalb klare Konfrontation mit Beziehung, Reflexion und der Suche nach umsetzbaren Alternativen.
Wie ist die Weiterbildung aufgebaut?
Die aktuelle Kursreihe Nr. 55 umfasst acht zweitägige Seminarblöcke und läuft von November 2026 bis Dezember 2027. Die einzelnen Termine finden in den Räumen der AKADEMIE EiGEN-SiNN in Loßburg statt. Das ISS führt die Qualifizierung als berufsbegleitende Ausbildung in Kooperation mit uns durch.
Zwischen den Blöcken bearbeiten die Teilnehmenden Praxisaufgaben. Zum erfolgreichen Abschluss gehören laut aktueller Ausschreibung unter anderem die Entwicklung eines eigenen AAT®-/CT®-Konzeptes, eine Abschlusspräsentation und eine mündliche Prüfung. Die Anwesenheit allein reicht für das Zertifikat daher nicht aus.
Termine, Teilnahmebedingungen und Gebühren können sich bei späteren Kursreihen ändern. Für eine Anmeldung gelten deshalb immer die Angaben der jeweils aktuellen Ausschreibung.
Welchen Nutzen hat die Weiterbildung im Berufsalltag?
Nach der Weiterbildung können Fachkräfte aggressive Situationen differenzierter einschätzen und geplante Interventionen entwickeln. Sie erweitern ihre Kenntnisse in Deeskalation, Grenzziehung und Gewaltprävention und reflektieren zugleich die Strukturen ihrer eigenen Einrichtung.
Die Qualifizierung kann sowohl für die Durchführung eigener AAT®-/CT®-Angebote als auch für den Einsatz einzelner Methoden im bisherigen Arbeitsfeld relevant sein. Wie die erworbenen Kompetenzen genutzt werden dürfen, hängt vom Grundberuf, vom Arbeitgeber und vom institutionellen Auftrag ab.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat. Die Weiterbildung bleibt jedoch eine berufsbegleitende Zusatzqualifikation und ersetzt keinen staatlich geregelten Berufsabschluss.
Anti Aggressionstrainer Weiterbildung bei der AKADEMIE EiGEN-SiNN
Wir verbinden in der AAT®-/CT®-Weiterbildung die wissenschaftlich und fachlich ausgerichtete Arbeit des ISS Frankfurt mit unserer praktischen Erfahrung in Gewaltprävention, Jugendhilfe, pädagogischen Trainings und ROKT®. Das ISS bildet nach eigenen Angaben seit vielen Jahren Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Trainer aus.
Interessierte Fachkräfte können uns ihren beruflichen Hintergrund und ihr geplantes Einsatzfeld schildern. Gemeinsam klären wir, ob die Weiterbildung zur bisherigen Tätigkeit passt, welche Voraussetzungen für die aktuelle Kursreihe gelten und wie die Anmeldung erfolgt.
