Training

Coolnesstraining

Ein Coolnesstraining unterstützt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dabei, Konflikte früher zu erkennen, Provokationen auszuhalten und gewaltfreie Reaktionen einzuüben. Im Mittelpunkt stehen soziale Kompetenzen, klare Grenzen und ein bewusster Umgang mit Gruppendruck, Kränkungen und aggressivem Verhalten. Bei der AKADEMIE EiGEN-SiNN verbinden wir Coolness-Training mit unserem ressourcenorientierten konfrontativen Ansatz ROKT®. Außerdem qualifizieren wir pädagogische Fachkräfte gemeinsam mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. in Frankfurt am Main zu Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Trainer*innen® (AAT®/CT®).

Coolness bedeutet dabei nicht, Gefühle zu unterdrücken oder Konflikten auszuweichen. Die Teilnehmenden sollen lernen, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben, eigene Grenzen sprachlich zu vertreten und auf Provokationen nicht automatisch mit Drohungen oder Gewalt zu reagieren.

Was ist ein Coolnesstraining?

Ein Coolnesstraining ist ein pädagogisches Angebot zur Gewaltprävention und zur Förderung sozialer Handlungskompetenz. Es richtet sich an Gruppen oder einzelne Teilnehmende, die lernen sollen, Konfliktsituationen bewusster wahrzunehmen und ihre Reaktionen besser zu steuern.

Im Training beschäftigen sich die Teilnehmenden unter anderem mit der Frage, wie eine Auseinandersetzung entsteht. Sie beobachten, welche Bemerkungen, Gesten oder Gruppendynamiken sie als Provokation erleben. Anschließend prüfen sie, welche Reaktion den Konflikt verschärft und wie eine gewaltfreie Alternative aussehen kann.

Coolnesstraining darf deshalb nicht mit einem einfachen Entspannungsprogramm verwechselt werden. Ruhe und Impulskontrolle sind wichtige Bestandteile. Ebenso wichtig sind aber Grenzziehung, Perspektivwechsel, Körpersprache, Konfliktbearbeitung und die Übernahme von Verantwortung.

Für wen eignet sich Coolnesstraining?

Coolnesstraining kann besonders für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene geeignet sein, die in Konflikten schnell impulsiv reagieren, sich leicht provozieren lassen oder Schwierigkeiten haben, Grenzen anderer Menschen zu akzeptieren. Auch Schulklassen und pädagogische Gruppen können von einem solchen Angebot profitieren.

Der genaue Aufbau hängt von der Ausgangssituation ab. Ein präventives Training mit einer Schulklasse verfolgt andere Ziele als die Arbeit mit Jugendlichen, die bereits durch wiederholte Aggression oder Gewalt aufgefallen sind. Deshalb prüfen wir vor Beginn, welches Trainingsformat zum Bedarf der Gruppe oder Einrichtung passt.

Bei bereits verfestigtem oder schwerem Gewaltverhalten kann ein umfassenderes Anti-Aggressivitäts-Training erforderlich sein. Unser AAT® richtet sich an aggressive und gewalttätige Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren und umfasst mindestens 20 Termine. Coolness-Training und Anti-Aggressivitäts-Training dürfen daher nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden.

Welche Ziele verfolgt ein Coolnesstraining?

Das Training soll den Teilnehmenden konkrete Handlungsmöglichkeiten für angespannte Situationen vermitteln. Dazu gehört, Provokationen früh wahrzunehmen, körperliche Anspannung zu erkennen und zwischen einem Impuls und der eigenen Reaktion mehr Abstand zu schaffen.

Ein weiteres Ziel ist die Stärkung sozialer Kompetenzen. Die Teilnehmenden üben, Grenzen verständlich auszudrücken, anderen zuzuhören und Konflikte auszuhandeln, ohne zu bedrohen oder körperlich zu werden. Gleichzeitig lernen sie, dass Selbstbehauptung und Rücksichtnahme kein Widerspruch sind.

In Gruppentrainings spielt auch die Wirkung auf andere eine wichtige Rolle. Wer eine Bemerkung als harmlosen Spaß versteht, kann bei einer anderen Person Angst oder starken Druck auslösen. Der Perspektivwechsel hilft dabei, solche Unterschiede besser zu erkennen.

Coolnesstraining soll nicht dazu führen, dass Konflikte vermieden oder Gefühle versteckt werden. Ärger darf benannt werden. Entscheidend ist, wie jemand mit diesem Gefühl umgeht und welche Handlung daraus folgt.

Wie läuft ein Coolnesstraining ab?

Ein Coolnesstraining ist praxisorientiert. Gespräche und kurze fachliche Erklärungen werden mit Übungen verbunden, in denen typische Konfliktsituationen sichtbar werden. Dabei können Körpersprache, Rollenverhalten, Gruppendruck und persönliche Grenzen direkt erlebt und anschließend reflektiert werden.

Zu den Methoden in der AAT®-/CT®-Qualifizierung gehören unter anderem Konfrontation, Deeskalation, interaktionspädagogische Übungen und Spiele, Psychodrama, Körpersprache, Inszenierungen und konfrontative Gesprächsführung. Die Teilnehmenden lernen außerdem, Regeln und Strategien für ein künftig gewaltfreies Verhalten zu entwickeln.

Welche Methoden wir in einem konkreten Coolnesstraining einsetzen, richtet sich nach Alter, Gruppengröße, Entwicklungsstand und Trainingsziel. Übungen werden nicht allein ausgewählt, weil sie spektakulär oder körperbetont sind. Sie brauchen einen nachvollziehbaren pädagogischen Zweck und eine anschließende Auswertung.

Was bedeutet ROKT® im Coolnesstraining?

Unsere Arbeit basiert auf ROKT® – RessourcenOrientierten Konfrontativen Trainings. Dabei richten wir den Blick zunächst auf Fähigkeiten, Stärken und bereits gelingende Verhaltensweisen. Schwierige Bereiche und Grenzüberschreitungen werden dennoch klar angesprochen.

Ressourcenorientierung bedeutet nicht, aggressives Verhalten zu entschuldigen. Die Teilnehmenden müssen sich mit ihren Entscheidungen und deren Folgen auseinandersetzen. Gleichzeitig betrachten wir, was sie bereits können und welche vorhandenen Fähigkeiten sie für eine Veränderung nutzen können.

Konfrontation verstehen wir nicht als Beschämung oder unnötige Härte. Sie macht Widersprüche sichtbar, benennt Regeln und fordert Verantwortung ein. Die Verbindung aus Wertschätzung, Beziehung und klarer Grenzziehung prägt unsere pädagogische Arbeit.

Was ist der Unterschied zwischen Coolnesstraining und AAT®?

Coolnesstraining wird häufig präventiv oder frühzeitig eingesetzt. Es stärkt soziale Kompetenzen und hilft dabei, gewaltaffine Situationen zu erkennen und zu entschärfen. Das Anti-Aggressivitäts-Training arbeitet dagegen gezielt mit Menschen, die bereits deutlich durch aggressives oder gewalttätiges Verhalten aufgefallen sind.

Die Grenzen können je nach Zielgruppe und Auftrag fließend sein. Trotzdem sollte die Wahl des Angebots nicht allein vom Namen abhängen. Entscheidend sind die bisherigen Vorfälle, die pädagogischen Ziele und die Frage, wie intensiv die Teilnehmenden begleitet werden müssen.

Bei Anfragen von Schulen, Einrichtungen oder anderen Auftraggebern klären wir deshalb zunächst die Ausgangssituation. Anschließend empfehlen wir ein passendes ROKT®-Format und stimmen Inhalt, Umfang und Durchführung individuell ab.

Wie wird man Coolness-Trainer?

Pädagogische Fachkräfte können bei uns die berufsbegleitende Ausbildung zur beziehungsweise zum Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Trainer*in® absolvieren. Die Qualifizierung führen wir gemeinsam mit dem ISS Frankfurt durch. Sie richtet sich unter anderem an Fachkräfte aus Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, Heimen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Bewährungshilfe, Strafvollzug und Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die aktuelle Kursreihe Nr. 55 umfasst acht Seminarblöcke zwischen November 2026 und Dezember 2027. Sie verbindet fachliche Grundlagen mit Selbsterfahrung, Praxisaufgaben, Konzeptentwicklung, einer Abschlusspräsentation und einer mündlichen Prüfung. Die Ausbildung ist eine berufsbegleitende Zusatzqualifikation und ersetzt keinen pädagogischen oder sozialen Grundberuf.

Coolnesstraining bei der AKADEMIE EiGEN-SiNN

Wir bieten ROKT®-Trainings zur Gewaltprävention, Intervention und Stärkung sozialer Kompetenzen an. Welches Angebot geeignet ist, hängt von der jeweiligen Gruppe, dem bisherigen Verhalten und dem Auftrag der Einrichtung ab.

Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen und andere Auftraggeber können uns ihre Situation schildern. Wir beraten bei der Auswahl des passenden Trainings und entwickeln ein individuelles Angebot. Fachkräfte, die Coolness-Trainings später selbst durchführen möchten, können sich außerdem über unsere gemeinsame AAT®-/CT®-Ausbildung mit dem ISS Frankfurt informieren.

Weitere Informationen:

Alexander Fix
Mobil: 0171 22 48 282
Mail: a.fix@akademie-eigensinn.de

Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte dem aktuellen Fortbildungsheft

 

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