Eine Fortbildung Gesprächsführung unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, schwierige Gespräche klarer zu führen, Grenzen verständlich zu formulieren und auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben. In unserer Fortbildung „Konfrontative Pädagogik und Gesprächsführung – Stark im Alltag“ verbinden wir Gesprächstechniken mit praktischen Übungen, Selbstreflexion und einem ressourcenorientierten konfrontativen Ansatz.
Dabei geht es nicht um auswendig gelernte Standardsätze. Eine gelungene Gesprächsführung hängt auch davon ab, wie eine Fachkraft auftritt, welche Haltung sie vertritt und wie sie auf Widerstand reagiert. Die Teilnehmenden lernen deshalb, herausforderndes Verhalten konkret anzusprechen, ohne Kinder oder Jugendliche abzuwerten.
Was vermittelt eine Fortbildung Gesprächsführung?
Professionelle Gesprächsführung schafft Klarheit. Sie hilft Fachkräften, Beobachtungen verständlich zu benennen, Erwartungen auszusprechen und Verantwortung einzufordern. Gerade in angespannten Situationen reichen allgemeine Aufforderungen wie „Benimm dich“ oder „Sei respektvoll“ häufig nicht aus.
Eine konkrete Rückmeldung beschreibt dagegen, was tatsächlich passiert ist:
„Du hast deinen Mitschüler mehrfach unterbrochen und ihn trotz meiner Aufforderung weiter beleidigt.“
Diese Formulierung benennt ein beobachtbares Verhalten. Sie greift nicht die gesamte Person an und schafft eine bessere Grundlage für das weitere Gespräch.
In unserer Fortbildung beschäftigen wir uns damit, wie solche Rückmeldungen klar, ruhig und glaubwürdig ausgesprochen werden. Die Teilnehmenden prüfen außerdem, welche Wirkung Tonfall, Wortwahl, Körpersprache und Gesprächssituation auf ihr Gegenüber haben.
Für wen eignet sich die Fortbildung?
Wir richten uns mit dem Angebot an Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit, Lehrkräfte und pädagogisch Interessierte. Besonders geeignet ist die Fortbildung für Menschen, die in ihrem Arbeitsalltag regelmäßig mit Regelverstößen, Konflikten oder auffälligem Verhalten von Kindern und Jugendlichen umgehen.
Dazu können unter anderem Fachkräfte aus Schulen, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, stationären Einrichtungen und offenen pädagogischen Angeboten gehören. Die konkreten Handlungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Arbeitsfeld. Eine Lehrkraft trägt eine andere Verantwortung als eine Fachkraft in einer Wohngruppe oder Jugendfreizeiteinrichtung.
Gemeinsam ist diesen Tätigkeiten, dass schwierige Gespräche nicht immer vermieden oder verschoben werden können. Wer Grenzen setzt, muss sie nachvollziehbar begründen und auch bei Widerstand vertreten können.
Die Fortbildung setzt die Bereitschaft voraus, das eigene Handeln kritisch zu betrachten. Für Menschen mit einer eigenen unbearbeiteten Gewaltgeschichte ist sie nicht geeignet, da konfrontative Übungen und die intensive Selbstreflexion emotional belastend sein können.
Was bedeutet konfrontative Gesprächsführung?
Konfrontative Gesprächsführung spricht problematisches Verhalten direkt an. Sie macht Widersprüche sichtbar, benennt Grenzen und fordert Verantwortung ein. Konfrontation bedeutet für uns jedoch nicht, jemanden einzuschüchtern, bloßzustellen oder durch besondere Härte zu kontrollieren.
Wir unterscheiden konsequent zwischen Person und Verhalten. Eine Handlung kann unangemessen, verletzend oder grenzüberschreitend sein. Trotzdem bleibt das Gegenüber ein Mensch mit Fähigkeiten, Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten.
Diese Haltung entspricht unserem Ansatz der ROKT® – RessourcenOrientierten Konfrontativen Trainings. Wir sprechen negatives Verhalten wertfrei und ohne Herabsetzung an. Gleichzeitig machen wir kognitive, emotionale und körperliche Ressourcen sichtbar und stärken bereits vorhandene Fähigkeiten.
Eine konfrontative Rückmeldung könnte deshalb so aufgebaut sein:
„Deine Reaktion hat eine klare Grenze überschritten. Gleichzeitig weiß ich, dass du Konflikte in anderen Situationen ruhig lösen kannst. Wir schauen jetzt gemeinsam, was diesmal anders war.“
Das Fehlverhalten wird nicht relativiert. Die vorhandene Fähigkeit zeigt aber, woran eine Veränderung anknüpfen kann.
Welche Inhalte behandeln wir?
Die Fortbildung verbindet Gesprächsführung mit pädagogischer Haltung und Selbstreflexion. Wir beschäftigen uns mit der Frage, warum Kinder und Jugendliche auffälliges Verhalten zeigen und wie Fachkräfte angemessen darauf reagieren können.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
- klare und respektvolle Grenzsetzung,
- konfrontative Rückmeldungen,
- die Analyse von Verhalten,
- der Umgang mit Widerstand,
- Selbst- und Fremdreflexion,
- der Transfer in konkrete Alltagssituationen.
Dabei betrachten wir auch die eigenen Meinungen, Denkweisen und Einstellungen. Eine Fachkraft kann nur dann bewusst handeln, wenn sie erkennt, welche Situationen sie persönlich verunsichern, ärgern oder zu schnellen Reaktionen verleiten.
Gesprächsführung besteht deshalb nicht nur aus Worten. Körpersprache, Blickkontakt, Abstand, Lautstärke und Gesprächszeitpunkt beeinflussen ebenfalls, wie eine Botschaft ankommt.
Wie arbeiten wir in der Fortbildung?
Unsere Fortbildungen sind praxisorientiert und verbinden theoretische Grundlagen mit konkreten Anwendungen. Stundenlanges passives Zuhören entspricht nicht unserem Konzept. Wir nutzen Übungen, in denen die Teilnehmenden Gesprächssituationen erleben, beobachten und anschließend auswerten.
Zum methodischen Rahmen gehören Interaktionsspiele, Rollenspiele, Teamkooperationsaufgaben, Visualisierungen, konfrontative Auseinandersetzungen sowie Selbst- und Fremdreflexion.
Ein Rollenspiel kann beispielsweise zeigen, ob eine Grenze eindeutig ausgesprochen wurde. Häufig wirken Aussagen weniger klar, als die sprechende Person selbst glaubt. Vielleicht wird eine Erwartung abgeschwächt, mit mehreren Erklärungen überladen oder durch eine unsichere Körpersprache relativiert.
Nach jeder Übung folgt die Reflexion. Die Teilnehmenden prüfen:
- Was wollte ich vermitteln?
- Was ist tatsächlich beim Gegenüber angekommen?
- Welche Reaktion habe ich ausgelöst?
- Wie könnte ich dieselbe Grenze klarer formulieren?
So entsteht ein direkter Bezug zum Berufsalltag.
Welche Rolle spielt die eigene Haltung?
Ein Gespräch wirkt nur dann glaubwürdig, wenn Inhalt und Haltung zusammenpassen. Wer eine Grenze ausspricht, innerlich aber bereits mit einem Rückzug rechnet, sendet möglicherweise widersprüchliche Signale. Wer sich persönlich angegriffen fühlt, reagiert dagegen vielleicht schärfer, als es die Situation verlangt.
In unserer Fortbildung betrachten die Teilnehmenden deshalb ihre eigenen Muster. Sie prüfen, wann sie Konflikten ausweichen, welche Verhaltensweisen sie besonders herausfordern und wie ihre persönliche Geschichte die Wahrnehmung einer Situation beeinflusst.
Diese Selbstreflexion schafft Handlungssicherheit. Konfrontative Gesprächsführung soll keine spontane Reaktion aus Ärger sein, sondern eine bewusst gewählte pädagogische Intervention.
Was lässt sich in den Berufsalltag übertragen?
Nach der Fortbildung sollen die Teilnehmenden schwierige Gespräche gezielter vorbereiten und Verhalten genauer beschreiben können. Sie lernen, Erwartungen verständlich zu formulieren und Grenzen zu vertreten, ohne unnötig zu eskalieren.
Nicht jeder Regelverstoß verlangt ein langes Gespräch. Manchmal genügt eine kurze Rückmeldung. In anderen Situationen braucht es einen geschützten Rahmen, mehr Zeit oder die Beteiligung weiterer Fachkräfte. Professionelle Gesprächsführung bedeutet auch, diese Unterschiede zu erkennen.
Nach unseren Fortbildungen stellen wir die verwendeten Inputs und Anleitungen per E-Mail zur Verfügung. Viele Angebote können wir zudem als Inhouse-Veranstaltung in einer Einrichtung durchführen. Dadurch lassen sich Übungen und Fallbeispiele stärker auf das jeweilige Team und dessen Arbeitsalltag abstimmen.
Termine und Anmeldung
Unsere Fortbildung „Konfrontative Pädagogik und Gesprächsführung – Stark im Alltag“ findet 2026 an zwei Terminen statt:
28. und 29. Mai 2026
08. und 09. Oktober 2026
Die Teilnahmegebühr beträgt laut aktuellem Fortbildungsheft 329 Euro. Verpflegung und Seminarunterlagen sind im Preis enthalten. Veranstaltungsort ist unsere AKADEMIE EiGEN-SiNN im Gartenweg 7 in Loßburg. Für spätere Veranstaltungen gelten die jeweils aktuellen Termine und Konditionen.
Interessierte Fachkräfte und Einrichtungen können sich direkt an uns wenden. Wir informieren über freie Plätze, kommende Termine und die Möglichkeit einer Inhouse-Fortbildung.
