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Konfrontative Pädagogik

Konfrontative Pädagogik verbindet klare Grenzen mit einer respektvollen und tragfähigen Beziehung. Problematisches Verhalten wird nicht beschönigt, die betreffende Person aber auch nicht herabgesetzt oder auf ihre Fehler reduziert. Bei der AKADEMIE EiGEN-SiNN arbeiten wir mit einem ressourcenorientierten konfrontativen Ansatz. Wir sprechen Regelverstöße und Grenzüberschreitungen klar an und richten den Blick gleichzeitig auf vorhandene Stärken, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten.

Unsere Arbeit basiert auf ROKT® – RessourcenOrientierten Konfrontativen Trainings. Diesen Ansatz setzen wir in Trainings mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie in unseren pädagogischen Fort- und Weiterbildungen ein. Seit 2009 führen wir ressourcenorientierte konfrontative Trainings an Schulen und in Einrichtungen durch. ROKT® ist seit 2011 unsere geschützte Marke.

Was ist konfrontative Pädagogik?

Konfrontative Pädagogik ist ein pädagogischer Ansatz, bei dem Fachkräfte auffälliges oder grenzüberschreitendes Verhalten direkt ansprechen. Die Konfrontation bezieht sich auf eine konkrete Handlung, deren Folgen und die Verantwortung der beteiligten Person.

Dabei geht es nicht darum, Kinder oder Jugendliche einzuschüchtern. Eine fachlich eingesetzte Konfrontation soll Orientierung schaffen. Sie macht deutlich, welches Verhalten nicht akzeptiert wird und welche Regeln gelten. Gleichzeitig bleibt die Beziehung bestehen.

Ein wichtiger Unterschied liegt in der Sprache. Die Aussage „Du bist respektlos“ bewertet die gesamte Person. Die Rückmeldung „Du hast mich mehrfach unterbrochen und unsere Gesprächsregel missachtet“ benennt dagegen ein beobachtbares Verhalten. Das schafft eine Grundlage für Reflexion und Veränderung.

Konfrontative Pädagogik braucht deshalb Klarheit, Selbstkontrolle und eine nachvollziehbare pädagogische Haltung. Persönlicher Ärger darf nicht als fachliche Intervention ausgegeben werden.

Was bedeutet Ressourcenorientierung?

Ressourcenorientierung richtet den Blick auf das, was ein Mensch bereits kann. Dazu gehören kognitive, emotionale und körperliche Fähigkeiten, persönliche Stärken und bereits funktionierende Bewältigungsstrategien.

In unseren ROKT®-Trainings machen wir diese Ressourcen sichtbar und erlebbar. Schwierige Bereiche und Defizite werden dabei nicht ausgeblendet. Trainerinnen und Trainer regen vielmehr eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten an, setzen Grenzen und sprechen negative Situationen wertfrei und ohne Herabsetzung an. Lob, Wertschätzung und positive Erlebnisse stärken gleichzeitig den Selbstwert der Teilnehmenden.

Ein Jugendlicher kann beispielsweise regelmäßig Regeln verletzen und dennoch in anderen Situationen zuverlässig handeln, Verantwortung übernehmen oder eine Gruppe unterstützen. Solche Fähigkeiten entschuldigen die Grenzüberschreitung nicht. Sie zeigen aber, woran eine Veränderung anknüpfen kann.

Konfrontation und Ressourcenorientierung erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben: Die Konfrontation macht Verantwortung sichtbar. Die Ressourcenorientierung eröffnet Handlungsmöglichkeiten.

Wie unterscheidet sich Konfrontation von Bestrafung?

Konfrontation und Bestrafung sind nicht dasselbe. Eine Strafe legt eine Folge für ein bestimmtes Verhalten fest. Eine pädagogische Konfrontation beschäftigt sich dagegen zunächst mit der Handlung selbst: Was ist passiert? Welche Wirkung hatte das Verhalten? Welche Regel wurde verletzt? Welche Verantwortung trägt die Person?

Konsequenzen können zu einem pädagogischen Rahmen gehören. Sie ersetzen jedoch nicht die Auseinandersetzung mit dem Verhalten. Eine Sanktion allein erklärt noch nicht, weshalb ein Konflikt eskaliert ist oder welche Alternative möglich gewesen wäre.

Konfrontative Pädagogik verlangt daher mehr als Konsequenz. Fachkräfte müssen zuhören, beobachten, Widersprüche benennen und die Reaktion des Gegenübers einordnen. Sie sollten außerdem prüfen, ob ihre eigenen Regeln klar, nachvollziehbar und angemessen sind.

Auch die Intensität muss zur Situation passen. Nicht jeder kleine Regelverstoß braucht ein langes Konfliktgespräch. Manchmal reicht eine kurze und eindeutige Rückmeldung. In anderen Situationen muss der Schutz beteiligter Personen Vorrang haben.

Welche Ziele verfolgt konfrontative Pädagogik?

Konfrontative Pädagogik soll Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, das eigene Verhalten zu erkennen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Sie sollen verstehen, wie ihr Handeln auf andere wirkt und welche Alternativen ihnen zur Verfügung stehen.

Zu den Themen unserer ROKT®-Trainings gehören unter anderem:

  • Regeln vermitteln und Grenzen setzen,
  • Kooperation und Teamarbeit,
  • Konflikte lösen,
  • Verhalten in Bedrohungssituationen,
  • der Umgang mit Rollen, Normen und Werten,
  • die Reflexion der eigenen Haltung,
  • Aggression und Gewalt.

Die konkrete Gewichtung hängt von der Zielgruppe und vom Auftrag ab. Ein Training mit einer Schulklasse braucht andere Schwerpunkte als eine Intervention bei bereits verfestigtem Gewaltverhalten.

Das Ziel besteht nicht darin, bloßen Gehorsam herzustellen. Die Teilnehmenden sollen Regeln verstehen, Handlungsspielräume erkennen und auch in schwierigen Situationen sozial verantwortlich handeln können.

Welche Methoden setzen wir ein?

Konfrontative Pädagogik bleibt nicht bei theoretischen Erklärungen. Verhalten wird häufig erst in praktischen Situationen sichtbar. Deshalb arbeiten wir in unseren Trainings und Fortbildungen mit erfahrungsbezogenen Methoden.

Dazu gehören sportliche und körperbetonte Spiele, Rollen- und Theaterspiele, Körpersprache, Teamkooperationsaufgaben, Visualisierungen und Strategien der Deeskalation. In unseren Fortbildungen nutzen wir außerdem Interaktionsspiele, konfrontative Auseinandersetzungen sowie Selbst- und Fremdreflexion.

Eine Übung kann beispielsweise zeigen, wie jemand auf Widerstand reagiert, welche Rolle eine Person in einer Gruppe einnimmt oder ob eine Grenze eindeutig ausgesprochen wurde. Anschließend wird die Situation ausgewertet. Die Teilnehmenden betrachten, was ihr Verhalten ausgelöst hat, wie es auf andere wirkte und welche Alternative möglich wäre.

Übungen werden nicht allein eingesetzt, weil sie abwechslungsreich oder körperlich sind. Sie brauchen ein klares pädagogisches Ziel, einen sicheren Rahmen und eine anschließende Reflexion.

Für welche Zielgruppen eignet sich der Ansatz?

Wir nutzen ressourcenorientierte konfrontative Pädagogik in unterschiedlichen Angeboten. Dazu gehören Trainings mit Schulklassen, Sozialkompetenztrainings, Präventionsgruppen, Gewaltprävention und Interventionen bis hin zum Anti-Aggressivitäts-Training AAT®.

Der Ansatz eignet sich besonders für Situationen, in denen Regeln wiederholt missachtet, Grenzen überschritten oder Konflikte vermieden beziehungsweise ständig eskaliert werden. Welche Form der Unterstützung passt, hängt vom Alter, vom Entwicklungsstand, von der Gruppensituation und vom bisherigen Verhalten ab.

Für pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte bieten wir außerdem die Fortbildung „Konfrontative Pädagogik und Gesprächsführung – Stark im Alltag“ an. Dort verbinden wir theoretische Grundlagen mit praktischen Anwendungen und Selbsterfahrung. Die Teilnehmenden lernen, auffälliges Verhalten besser einzuordnen und klare, respektvolle Grenzen zu setzen.

Eine vertiefende Qualifizierung ist über unsere sonderpädagogische Zusatzausbildung zum ROKT®-Trainer beziehungsweise zur ROKT®-Trainerin möglich. Diese richtet sich an Fachkräfte, die den Ansatz intensiver erlernen und später eigenständig in ihrem Arbeitsfeld einsetzen möchten.

Welche Rolle spielt die eigene Haltung?

Konfrontative Pädagogik funktioniert nicht über auswendig gelernte Sätze. Entscheidend ist, wie eine Fachkraft auftritt, welche Beziehung bereits besteht und wie sie selbst mit Konflikten umgeht.

Eine klare Rückmeldung kann ruhig und respektvoll ausgesprochen werden. Derselbe Inhalt kann aber auch aggressiv, abwertend oder unkontrolliert wirken. Tonfall, Körpersprache und innere Haltung beeinflussen deshalb jede Konfrontation.

In unseren Fortbildungen beschäftigen sich die Teilnehmenden intensiv mit eigenen Meinungen, Denkweisen, Einstellungen und Reaktionen. Selbsterfahrung ist ein zentraler Bestandteil, weil Fachkräfte ihre persönlichen Muster kennen müssen, um in schwierigen Situationen bewusst handeln zu können.

Wer Konflikten grundsätzlich ausweicht, setzt Grenzen möglicherweise zu spät. Wer sich schnell persönlich angegriffen fühlt, reagiert eventuell härter als nötig. Selbstreflexion hilft dabei, solche Muster rechtzeitig zu erkennen.

Konfrontative Pädagogik bei der AKADEMIE EiGEN-SiNN

Wir vertreten, leben und lehren die Grundsätze einer wertschätzenden ressourcenorientierten konfrontativen Pädagogik. Unsere Trainerinnen und Trainer verfügen über eine pädagogische Grundausbildung sowie zusätzliche Qualifikationen im Bereich ROKT®, AAT® oder Coolness-Training.

Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen, Unternehmen und andere Auftraggeber können uns ihre konkrete Situation schildern. Wir beraten bei der Auswahl eines passenden Trainings und erstellen ein individuelles, unverbindliches Angebot. Unsere Fortbildungen können teilweise in unseren Räumen in Loßburg oder als Inhouse-Veranstaltung durchgeführt werden.

Termine:

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Teilnahmegebühr:

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Veranstaltungsort:

Akademie EiGEN-SiNN
Gartenweg 7
72290 Loßburg

Weitere Informationen:

Alexander Fix
Mobil: 0171 22 48 282
Mail: a.fix@akademie-eigensinn.de

Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte dem aktuellen Fortbildungsheft

 

Kontakt

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