Training

Anti-Aggressivitäts-Training Ablauf

Unser Anti-Aggressivitäts-Training richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die durch aggressives oder gewalttätiges Verhalten aufgefallen sind. Gemeinsam setzen wir uns mit konkreten Taten, persönlichen Auslösern und den Folgen für andere Menschen auseinander. Ziel ist es, Verantwortung zu übernehmen und neue Wege zu entwickeln, um Konflikte künftig ohne Gewalt zu bewältigen.

In Loßburg bieten wir das Anti-Aggressivitäts-Training AAT® – ROKT® „Ein Leben ohne Gewalt“ an. Das Angebot richtet sich an verurteilte Gewalttäter oder an junge Menschen, denen aufgrund ihres Verhaltens weitere Konsequenzen drohen. Teilnehmen können Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren. Auch eine freiwillige Teilnahme ist möglich, wenn jemand merkt, dass die eigenen Aggressionen immer wieder außer Kontrolle geraten.

Was ist ein Anti-Aggressivitäts-Training?

Das Anti-Aggressivitäts-Training, kurz AAT®, ist ein strukturiertes Training für Menschen, die Gewalt eingesetzt haben oder wiederholt aggressiv handeln. Wir sprechen problematisches Verhalten klar an und fordern eine ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Entscheidungen.

Dabei schauen wir nicht nur auf die sichtbare Tat. Uns interessiert auch, was vorher passiert ist. Welche Situationen werden als Provokation erlebt? Welche Gedanken dienen dazu, Gewalt zu rechtfertigen? Welche Rolle spielen Gruppendruck, Kränkung, Angst vor Gesichtsverlust oder der Wunsch, andere zu kontrollieren?

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verantwortung gegenüber den Opfern. Wir arbeiten heraus, welche körperlichen, psychischen und sozialen Folgen Gewalt für andere Menschen haben kann. Gleichzeitig entwickeln die Teilnehmenden konkrete Möglichkeiten, in angespannten Situationen anders zu reagieren.

Für wen ist unser AAT® gedacht?

Unser Angebot richtet sich an aggressive und gewalttätige Jugendliche sowie junge Erwachsene ab 16 Jahren. Dazu gehören unter anderem Personen, die durch Behörden, Gerichte, Schulen oder Einrichtungen zur Teilnahme verpflichtet wurden.

Auch eine Teilnahme aus eigener Entscheidung ist möglich. Manche Jugendliche und junge Erwachsene merken selbst, dass sie in Konflikten schnell die Kontrolle verlieren oder andere bedrohen. Wer bereit ist, das eigene Verhalten ernsthaft zu hinterfragen, kann ebenfalls an unserem Training teilnehmen.

Ein Anti-Aggressivitäts-Training ist nicht mit jedem Angebot zur Gewaltprävention gleichzusetzen. Präventionsangebote beginnen häufig, bevor sich aggressives Verhalten verfestigt hat. Das AAT® setzt dagegen gezielt bei Personen an, die bereits Gewalt angewendet haben oder aufgrund ihres Verhaltens mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müssen.

Für Schulklassen, Gruppen oder jüngere Teilnehmende bieten wir weitere ROKT®-Trainings an. Dazu gehören Sozialkompetenztrainings, Präventionsgruppen, Selbstbehauptungstrainings und Angebote zur Konfliktbearbeitung. Welches Format passt, hängt von der Zielgruppe, dem bisherigen Verhalten und dem Auftrag der jeweiligen Einrichtung ab.

Welche Inhalte behandeln wir im Anti-Aggressivitäts-Training?

Die Inhalte orientieren sich an den konkreten Erfahrungen und Verhaltensmustern der Teilnehmenden. Ein wichtiger Schwerpunkt sind die persönlichen Aggressivitätsauslöser. Wir untersuchen, welche Situationen als provozierend erlebt werden und an welchem Punkt ein Konflikt kippt.

Weitere Themen des AAT® sind:

  • vermeintliche Vorteile aggressiven Verhaltens,
  • das Verhältnis zwischen Selbstbild und Realität,
  • Rechtfertigungen und Neutralisierungstechniken,
  • Opferkommunikation und Perspektivübernahme,
  • Impulssteuerung und Impulskontrolle,
  • persönliche Erfahrungen und Biografiearbeit.

Neutralisierungstechniken sind Begründungen, mit denen Menschen ihre eigene Verantwortung abschwächen. Aussagen wie „Er hat angefangen“, „Die anderen haben mich dazu gebracht“ oder „Ich hatte keine andere Wahl“ verschieben die Verantwortung auf das Opfer, die Gruppe oder die Situation. Solche Rechtfertigungen sprechen wir im Training offen an und prüfen sie gemeinsam.

Bei der Perspektivübernahme richten wir den Blick auf die betroffenen Personen. Die Teilnehmenden beschäftigen sich damit, was ihre Tat beim Opfer ausgelöst hat und welche Folgen weit über den unmittelbaren Vorfall hinaus entstehen können.

Wie läuft ein Anti-Aggressivitäts-Training ab?

Wir arbeiten mit unterschiedlichen Methoden, damit die Teilnehmenden ihr Verhalten nicht nur theoretisch betrachten. Dazu gehören konfrontative Gespräche und Interviews, Fragebögen, interaktionspädagogische Übungen, sportliche und körperbetonte Spiele sowie Rollen- und Theaterspiele.

Auch Körpersprache, Visualisierungen, Biografiearbeit und Aufgaben zwischen den Terminen können Teil des Trainings sein. In Übungen und nachgestellten Situationen wird sichtbar, wie jemand auf Druck, Kritik oder Provokation reagiert.

Anschließend untersuchen wir gemeinsam, welche Gedanken, Gefühle und Entscheidungen zu einer Eskalation geführt haben. Dabei geht es nicht darum, Ausreden zu finden. Entscheidend ist, den eigenen Anteil zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen.

Ein wichtiger Teil des Trainings besteht darin, alternative Reaktionen einzuüben. Dazu kann gehören, eine Situation rechtzeitig zu verlassen, eine Grenze klar auszusprechen oder körperliche Anspannung früh wahrzunehmen. Welche Methoden wir einsetzen, richtet sich nach der Gruppe und dem vereinbarten Trainingsauftrag.

Was bedeutet der ROKT®-Ansatz?

Unsere Arbeit basiert auf ROKT® – RessourcenOrientierten Konfrontativen Trainings. Der Ansatz verbindet klare Grenzziehung mit einem bewussten Blick auf vorhandene Stärken und Fähigkeiten.

Konfrontation bedeutet für uns nicht, jemanden herabzusetzen. Wir sprechen schwieriges Verhalten klar an, setzen Grenzen und fordern die Auseinandersetzung mit den Folgen ein. Gleichzeitig arbeiten wir mit vorhandenen Ressourcen, positiven Fähigkeiten und bereits bekannten Handlungsmöglichkeiten.

Wir verbinden Konfrontation mit Wertschätzung und positiven Erfahrungen. Problematisches Verhalten wird nicht beschönigt. Die Person wird aber auch nicht ausschließlich über ihre Taten definiert.

Wie lange dauert unser AAT®?

Unser vollständiges Anti-Aggressivitäts-Training umfasst mindestens 20 Termine. Bei zusätzlichem Bedarf oder auf Anordnung einer Institution kann das Training verlängert werden.

Für Klassen oder Gruppen bieten wir außerdem Einheiten von 60 bis 90 Minuten an. Dabei handelt es sich nicht automatisch um das vollständige AAT®. Umfang und Aufbau stimmen wir deshalb immer auf die Zielgruppe, den Auftrag und die Ausgangssituation ab.

Einrichtungen, Behörden oder Angehörige können sich direkt an uns wenden, damit wir gemeinsam klären, welches Angebot tatsächlich passt.

Welche Ziele verfolgen wir mit dem Anti-Aggressivitäts-Training?

Das zentrale Ziel ist eine gewaltfreie Lebensperspektive. Die Teilnehmenden sollen erkennen, welche persönlichen Risikofaktoren, Gedanken und Verhaltensmuster Gewalt begünstigen.

Darauf aufbauend entwickeln und erproben wir andere Möglichkeiten der Konfliktlösung. Dazu gehört auch, Verantwortung nicht länger auf das Opfer, die Gruppe oder die Situation zu übertragen.

Zwischen einem Auslöser und der eigenen Handlung liegen Entscheidungsmöglichkeiten. Genau diese Spielräume möchten wir sichtbar und nutzbar machen.

Das Training verlangt aktive Mitarbeit. Bloße Anwesenheit reicht nicht aus. Wer dauerhaft etwas verändern möchte, muss bereit sein, die eigenen Taten, bisherigen Reaktionen und vertrauten Rechtfertigungen offen zu prüfen.

Anti-Aggressivitäts-Training bei uns anfragen

Wir sind eine ambulante Jugendhilfeeinrichtung in freier Trägerschaft mit Sitz in Loßburg. Unser Angebot umfasst Sozialkompetenz- und Gewaltpräventionstrainings sowie Interventionen bis hin zum vollständigen AAT®.

Bei institutionellen Anfragen beraten wir zur Auswahl des passenden Trainings und erstellen ein individuelles, unverbindliches Angebot. Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen, Behörden, Angehörige und Interessierte können die Ausgangssituation direkt mit uns besprechen.

Gemeinsam klären wir, ob das vollständige AAT® oder ein anderes ROKT®-Training zum konkreten Bedarf passt.

Weitere Informationen:

Alexander Fix
Mobil: 0171 22 48 282
Mail: a.fix@akademie-eigensinn.de

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