Eine Fortbildung Psychodrama erweitert die Methodenkompetenz von Fachkräften, die mit Kindern, Jugendlichen, Familien oder Gruppen arbeiten. In unserer berufsbegleitenden Weiterbildung im behavioristischen Psychodrama vermitteln wir handlungsorientierte Methoden, mit denen sich innere Konflikte, Rollenbilder und Beziehungsmuster sichtbar machen lassen. Die Teilnehmenden erleben die Methoden selbst, reflektieren ihre Wirkung und übertragen sie anschließend auf den eigenen pädagogischen Berufsalltag.
Unsere Psychodrama-Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit, Lehrkräfte, Mitarbeitende der Jugendhilfe und Bildungsarbeit sowie an weitere Interessierte mit pädagogischem Bezug. Sie eignet sich besonders für Menschen, die in ihrer Arbeit regelmäßig auf herausfordernde Verhaltensweisen, Konflikte oder schwierige Gruppendynamiken treffen.
Was ist Psychodrama?
Psychodrama ist ein handlungsorientiertes Verfahren. Situationen werden nicht nur besprochen, sondern in Rollen, Szenen oder symbolischen Darstellungen erlebbar gemacht. Die Teilnehmenden können beispielsweise die Perspektive einer anderen Person einnehmen, eine belastende Situation aufstellen oder einem inneren Konflikt eine sichtbare Form geben.
Dadurch entstehen Zugänge, die ein reines Gespräch nicht immer eröffnet. Körpersprache, räumliche Anordnung, Rollenwechsel und spontane Reaktionen zeigen häufig, wie Menschen Beziehungen und Konflikte tatsächlich erleben. Die anschließende Reflexion hilft dabei, neue Perspektiven und mögliche Handlungsalternativen zu entwickeln.
In unserer Fortbildung liegt der Schwerpunkt auf dem behavioristischen Psychodrama. Dieser Ansatz orientiert sich am sichtbaren Verhalten und an konkreten Veränderungsmöglichkeiten. Die Methoden können in unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Sozialarbeit, Pädagogik, Bildungsarbeit, Beratung und Supervision eingesetzt werden.
Für wen eignet sich die Fortbildung Psychodrama?
Wir richten uns mit der Weiterbildung an pädagogische Fachkräfte, Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeitende aus Jugendhilfe und Bildungsarbeit sowie an Menschen, die mit Kindern, Jugendlichen oder Familien arbeiten. Besonders hilfreich kann die Fortbildung sein, wenn Gespräche allein nicht ausreichen, um Verhaltensweisen oder Beziehungsdynamiken verständlich zu machen.
Die Teilnehmenden sollten bereit sein, sich aktiv auf die Methoden einzulassen. Psychodrama wird nicht ausschließlich theoretisch erklärt. Wer die Wirkung verstehen möchte, muss Rollenwechsel, Inszenierungen und symbolisches Arbeiten auch aus der eigenen Perspektive erleben.
Diese Selbsterfahrung verlangt Offenheit und Reflexionsbereitschaft. Niemand muss persönliche Inhalte unkontrolliert offenlegen. Gleichzeitig funktioniert die Fortbildung nicht als reine Vortragsveranstaltung, bei der die Teilnehmenden nur beobachten.
Welche Inhalte behandeln wir?
Ein Schwerpunkt liegt auf Psychodrama und Systemaufstellungen. Die Teilnehmenden lernen, wie sich Beziehungen, Rollen und innere Prozesse räumlich oder szenisch darstellen lassen. Dadurch können Konflikte, Loyalitäten und wiederkehrende Verhaltensmuster deutlicher werden.
Weitere Bestandteile sind Inszenierungen, szenisches Arbeiten sowie Symbol- und Methodenarbeit. Gegenstände, Positionen im Raum oder Rollen können dabei für Gefühle, Personen, Entscheidungen oder innere Spannungen stehen.
In der pädagogischen Arbeit kann eine solche Darstellung beispielsweise helfen, einen Konflikt in einer Schulklasse aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten. Eine Fachkraft erkennt dadurch möglicherweise, welche Rollen einzelne Gruppenmitglieder übernommen haben und weshalb bestimmte Reaktionen immer wieder auftreten.
Psychodramatische Methoden ersetzen keine fachliche Diagnose. Sie sind Werkzeuge, mit denen Situationen erlebt, reflektiert und bearbeitet werden können. Welche Methode geeignet ist, hängt vom Alter, vom Auftrag, vom Arbeitsfeld und von der Stabilität der beteiligten Personen ab.
Wie arbeiten wir in der Fortbildung?
Unsere Psychodrama-Fortbildung ist bewusst praxisnah aufgebaut. Alle Teilnehmenden erproben die Methoden selbst und reflektieren anschließend, wie sie gewirkt haben. Danach entwickeln sie Ideen, wie sich einzelne Elemente in den eigenen Berufsalltag übertragen lassen.
Die Arbeit kann Rollenwechsel, Inszenierungen, Systemaufstellungen und symbolische Darstellungen umfassen. Eine Person kann beispielsweise eine andere Rolle übernehmen und dadurch erleben, wie eine Situation aus einer fremden Perspektive wirkt. Eine Gruppe kann Beziehungen oder Konflikte räumlich darstellen und gemeinsam untersuchen, was sich durch veränderte Positionen ergibt.
Entscheidend ist die Auswertung. Eine Übung erhält ihren pädagogischen Wert nicht allein dadurch, dass sie emotional oder ungewöhnlich ist. Die Teilnehmenden müssen verstehen, was sichtbar geworden ist, wie die Methode auf Beteiligte wirkt und wo ihre Grenzen liegen.
Unsere Fortbildungen verbinden grundsätzlich theoretische Grundlagen mit interaktionspädagogischen Übungen, Rollenarbeit, Inszenierungen sowie Selbst- und Fremdreflexion. Passives Zuhören über den gesamten Fortbildungszeitraum entspricht nicht unserem Konzept.
Was können Fachkräfte mit Psychodrama bearbeiten?
Psychodramatische Methoden können eingesetzt werden, um Rollenbilder, Beziehungskonflikte, Entscheidungsprozesse und wiederkehrende Verhaltensmuster zu betrachten. Sie helfen dabei, innere und zwischenmenschliche Prozesse in eine sichtbare Handlung zu übersetzen.
Ein Jugendlicher kann beispielsweise beschreiben, dass er in Konflikten immer wieder „ausrastet“. Im szenischen Arbeiten lässt sich genauer betrachten, was unmittelbar vor diesem Moment geschieht, welche Rolle andere Personen einnehmen und wie er die Situation selbst wahrnimmt.
Auch Fachkräfte können eigene Fälle bearbeiten. Dabei geht es nicht darum, eine schnelle Musterlösung zu erhalten. Die Inszenierung kann vielmehr neue Fragen aufwerfen und bisher übersehene Aspekte sichtbar machen.
Psychodrama braucht einen sicheren und klar geführten Rahmen. Fachkräfte müssen einschätzen können, welche Übung zur Situation passt, wie weit sie gehen dürfen und wann eine andere Form der Unterstützung erforderlich ist.
Wo liegen die Grenzen?
Eine pädagogische Fortbildung im Psychodrama macht Teilnehmende nicht automatisch zu Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten. Die Methoden werden für pädagogische, soziale und beratende Arbeitsfelder vermittelt. Sie ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Gerade bei traumatischen Erfahrungen, schweren psychischen Erkrankungen oder akuten Krisen reicht eine pädagogische Anwendung nicht aus. Fachkräfte müssen ihre Rolle und Zuständigkeit kennen und bei Bedarf spezialisierte Stellen einbeziehen.
Auch innerhalb einer Gruppe darf niemand zu einer persönlichen Darstellung gedrängt werden. Psychodramatische Arbeit braucht Freiwilligkeit, Transparenz und eine verantwortungsvolle Leitung.
Termine und Anmeldung
Unsere nächste Psychodrama-Fortbildung findet vom 23. bis 25. Oktober 2026 in der AKADEMIE EiGEN-SiNN im Gartenweg 7 in Loßburg statt. Die Teilnahmegebühr beträgt laut aktueller Ausschreibung 495 Euro inklusive Seminarunterlagen.
Fachkräfte und Einrichtungen können sich direkt an uns wenden, um Fragen zu den Voraussetzungen, zum Ablauf und zu freien Plätzen zu klären. Für spätere Veranstaltungen gelten die Termine und Konditionen der jeweils aktuellen Ausschreibung.
