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Ideomotorische Bewegungen lernen

Ideomotorische Bewegungen lernen bedeutet, eine Verbindung zwischen einer vorgestellten oder erwarteten Bewegungswirkung und der dazugehörigen Handlung aufzubauen. Vereinfacht gesagt: Menschen lernen, welche Bewegung zu welchem Ergebnis führt. Wird dieses Ergebnis später gedanklich vorweggenommen, kann die passende Bewegung leichter vorbereitet oder ausgelöst werden. In der Forschung wird dieser Zusammenhang als ideomotorisches Lernen beziehungsweise als Verknüpfung von Handlung und Handlungseffekt beschrieben.

Bei der AKADEMIE EiGEN-SiNN greifen wir das Thema über unsere Fortbildung „Lernen durch Bewegung – Bewegung ist das Tor zum Lernen“ auf. Unser Angebot richtet sich an Fachkräfte aus Schulsozialarbeit, Jugendhilfe und Erziehungshilfe, an Lehrkräfte sowie an weitere Interessierte. Im Mittelpunkt stehen praktische Bewegungsübungen, die sich in pädagogische Arbeitsfelder übertragen lassen.

Was sind ideomotorische Bewegungen?

Ideomotorik beschreibt Bewegungen, die mit Gedanken, Vorstellungen oder erwarteten Wirkungen verbunden sind. Die American Psychological Association definiert ideomotorische Aktivität als Bewegung, die mit laufenden Gedanken zusammenhängt und teilweise ohne bewusste Willensentscheidung entstehen kann. Dazu können auch alltägliche Gesten gehören, die Menschen beim Sprechen ausführen.

In der heutigen Forschung wird der Begriff häufig weiter gefasst. Das ideomotorische Prinzip geht davon aus, dass Menschen Bewegungen auch über deren erwartete Folgen steuern. Wer gelernt hat, dass eine bestimmte Handlung einen bestimmten sichtbaren, hörbaren oder fühlbaren Effekt erzeugt, verbindet beides miteinander. Die Vorstellung dieses Effekts kann später die zugehörige Handlung vorbereiten.

Ein einfaches Beispiel ist das Fangen eines Balls. Ein Kind lernt nicht nur, Arme und Hände auf eine bestimmte Weise zu bewegen. Es verknüpft die Bewegung mit dem erwarteten Ergebnis: Der Ball landet kontrolliert in den Händen. Durch Wiederholung wird die Verbindung zwischen Bewegung, Wahrnehmung und Wirkung stabiler.

Kann man ideomotorische Bewegungen gezielt lernen?

Ideomotorische Zusammenhänge entstehen durch Erfahrung und Wiederholung. Entscheidend ist, dass eine Person wahrnimmt, welche Wirkung eine Handlung hat. Je klarer die Verbindung zwischen Bewegung und Ergebnis erlebt wird, desto eher kann sie später wieder abgerufen werden.

Beim Lernen helfen deshalb Aufgaben mit einem unmittelbar erkennbaren Effekt. Eine Bewegung verändert beispielsweise die Position eines Gegenstands, erzeugt einen Rhythmus oder löst eine Reaktion bei einem Partner aus. Die Lernenden sehen oder spüren sofort, was ihre Handlung bewirkt.

Dabei sollte der Schwierigkeitsgrad zum Entwicklungsstand passen. Eine zu einfache Aufgabe bietet kaum neue Lernerfahrungen. Eine dauerhaft überfordernde Aufgabe erzeugt dagegen Frust und erschwert die konzentrierte Wahrnehmung des Handlungsergebnisses.

Aktuelle Forschung zeigt außerdem, dass ideomotorisches Lernen nicht nur auf einen statischen Endzustand reagieren könnte. Auch der wahrgenommene Übergang vom Ausgangszustand zum gewünschten Ergebnis scheint für die Verknüpfung zwischen Handlung und Effekt wichtig zu sein.

Welche Rolle spielt Bewegung beim Lernen?

Bewegung und Lernen sind auf mehreren Ebenen miteinander verbunden. Bewegung kann Aufmerksamkeit aktivieren, Stress reduzieren und Lernphasen strukturieren. Bei bestimmten Aufgaben hilft sie außerdem dabei, Inhalte über mehrere Wahrnehmungskanäle zu erfassen.

Die Neurowissenschaftlerin Petra Arndt beschreibt Bewegung als einen Faktor, der Wachheit, Konzentration und die Stärkung neuronaler Verbindungen unterstützen kann. Gerade kurze koordinative Aufgaben können nach längeren Phasen konzentrierter Arbeit sinnvoll sein. Entscheidend ist allerdings, dass die Bewegung zur jeweiligen Lernsituation passt.

Bewegung ist deshalb kein automatischer Garant für bessere Lernergebnisse. Eine Übung muss ein klares Ziel haben. Fachkräfte sollten wissen, ob sie Aufmerksamkeit aktivieren, Koordination fördern, Stress abbauen oder einen Lerninhalt körperlich erfahrbar machen möchten.

In unserer Fortbildung „Lernen durch Bewegung“ vermitteln wir Übungen, die Fachkräfte in ihrer pädagogischen Praxis einsetzen können. Die aktuelle Angebotsseite nennt als Zielgruppe Fachkräfte aus Schulsozialarbeit, Jugendhilfe und Erziehungshilfe, Lehrkräfte und Interessierte.

Wie lassen sich Handlung und Wirkung verbinden?

Eine passende Übung sollte drei Elemente enthalten: eine klar erkennbare Bewegung, einen wahrnehmbaren Effekt und eine anschließende Reflexion. Ohne Auswertung bleibt häufig nur das Erlebnis selbst.

Bei einer Spiegelübung stehen sich zum Beispiel zwei Personen gegenüber. Eine Person führt langsame Bewegungen aus, die andere versucht, diese möglichst genau nachzuahmen. Die ausführende Person erkennt unmittelbar, wie ihre Bewegung beim Gegenüber ankommt. Die spiegelnde Person verbindet die Wahrnehmung der Bewegung mit der eigenen motorischen Reaktion.

Auch Rhythmusübungen eignen sich. Eine Person klatscht oder stampft eine kurze Folge, eine andere wiederholt sie. Hier entstehen Verbindungen zwischen Hören, Bewegung, zeitlicher Abfolge und Ergebnis.

Kooperationsaufgaben machen zusätzlich soziale Wirkungen sichtbar. Eine Bewegung beeinflusst nicht nur einen Gegenstand, sondern auch den Ablauf innerhalb der Gruppe. Solche Aufgaben können Wahrnehmung, Abstimmung und gemeinsames Handeln verbinden.

Was sollten pädagogische Fachkräfte beachten?

Bewegungsübungen brauchen einen sicheren und nachvollziehbaren Rahmen. Die Teilnehmenden sollten wissen, was sie tun, weshalb sie es tun und wann die Aufgabe endet. Übungen dürfen niemanden bloßstellen oder körperlich überfordern.

Fachkräfte sollten außerdem beobachten, wie unterschiedlich Menschen Bewegungsaufgaben verarbeiten. Manche verstehen eine Aufgabe schnell über eine Demonstration. Andere brauchen eine sprachliche Erklärung, mehrere Wiederholungen oder eine vereinfachte Variante.

Die Auswertung sollte konkret bleiben:

  • Welche Bewegung hat zum gewünschten Ergebnis geführt?
  • Was hat sich während der Wiederholung verändert?
  • Welche Wahrnehmung war besonders hilfreich?
  • Wo trat Unsicherheit oder Überforderung auf?

Solche Fragen verbinden das körperliche Erlebnis mit bewusster Reflexion. Dadurch lässt sich die Erfahrung besser auf andere Situationen übertragen.

Was bietet unsere Fortbildung „Lernen durch Bewegung“?

In unserer Fortbildung verbinden wir theoretische Impulse mit praktischen Übungen. Wie bei unseren anderen Fortbildungsangeboten steht das aktive Erleben im Vordergrund. Wir arbeiten grundsätzlich praxisorientiert und nutzen unter anderem interaktionspädagogische Übungen, Rollenarbeit, Reflexion und Teamkooperationsaufgaben.

Das Angebot „Lernen durch Bewegung“ soll Fachkräften Übungen vermitteln, die sie in Schule, Jugendhilfe und weiteren pädagogischen Arbeitsfeldern einsetzen können. Auf unserer Angebotsseite nennen wir unter anderem Lernfähigkeit, Konzentration, Wahrnehmung und den Umgang mit Belastung als Themenfelder.

Wissenschaftliche Aussagen zu Gehirnfunktionen formulieren wir dabei vorsichtig. Vereinfachte Vorstellungen, nach denen einzelne Übungen die beiden Gehirnhälften gezielt „synchronisieren“ oder das Gehirn pauschal um ein Vielfaches leistungsfähiger machen, lassen sich aus der aktuellen Forschung nicht seriös ableiten. Belastbar ist dagegen, dass Bewegung Aufmerksamkeit, Wohlbefinden, Koordination und bestimmte Lernprozesse unterstützen kann, wenn sie passend eingesetzt wird.

Weitere Informationen:

Alexander Fix
Mobil: 0171 22 48 282
Mail: a.fix@akademie-eigensinn.de

Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte dem aktuellen Fortbildungsheft

 

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